Neupotz

Geschichte(n)

Rheinzabern

Die Glockensage von Potz Glockensage1
(übernommen aus einem alten Lesebuch)

Laut gurgeln die Wasser des Rheins an der Stelle vorbei, an der unweit Leimersheim im Süden an dem breitbettigen Flusse einst ein Fischerdorf lag. Die schlammgrünen Fluten des gefräßigen Riesen haben es Stück um Stück versinken lassen. Nur drei, vier Gehöfte auf erhöhtem Grunde wurden von den Fluten verschont, ein Mahnmal an das Jahr der großen Überschwemmung. Längst ist ein neues Dorf erwachsen. In flachen Kähnen ziehen die Männer mutig zum Fischfang aus. Sie denken nicht mehr daran, dass unter dem Wasser einst die armseligen Hütten ihrer Urahnen standen.

Einmal geschah es - es mögen hundert Jahre inzwischen vergangen sein - dass Fischer wieder an einem Sonntagmorgen zum Wasser fuhren, ihre Fischreusen zu heben, die sie tags zuvor in den Altrhein versenkt hatten. Manch prächtige Schleie und auch schlüpfrige Aale wurden in den Kahn geworfen zu munteren Rotaugen und schmal-rückigen Blinken. Erfreut über den reichen Fischfang, zog einer der Fischer, Hans Adam war sein Name, die Ruder ein und ließ das Schiffchen treiben.

Da - von fernher klang Glockenton. Zart, feierlich schlugen die Akkorde ineinander. Immer stärker schwollen die Töne an, je mehr der Kahn sich der Mitte des Altwassers näherte. Erschrocken ging der Blick der Männer die Runde, vom Schiff zum Wasser. Wahrhaftig, das Geläute kam aus der Tiefe des stilliegenden Wassers. Hans Adam - er war der Mutigste unter ihnen - beugte sich über den Kahn. Starr fiel sein angsterfüllter Blick in die Tiefe. Mit seinen gebräunten, schwielenharten Händen, die das Ruder freiließen, winkte er den Kameraden herbei und deutete in das Wasser vor ihm. Vom Grunde hob sich deutlich eine Kirche ab, um die einige Hütten standen. Aus dem Turm der Kirche klang der Ton von Glocken, feierlicher, ernster als sie je einen vernommen.

Langsam neigt sich der Kahn dem Wasser zu. Die Männer erkennen die Gefahr umzukippen, fahren im Schreck hoch und greifen zu den Rudern. Kraftvoll, im Gleichtempo des Ruderschlages, gleitet der Nachen dem Ufer zu. Leise verklingt der Glocken Sang. Hörbar geht der AGlockensage2tem der Fischer. Sie springen an das Ufer.

Da löst sich erstmals die schreckgelähmte Zunge der Männer wieder. Kühler Morgenwind fächelt die erhitzten, angstschlotternden Gestalten, die den Fang in bereitliegende Fischkasten verstauen. Dann aber eilen sie mit leichter Brust dem nahen Dorfe zu und verkünden ihr Erlebnis. Ungläubig, furchtsam vernimmt die Gemeinde die Nachricht. Verächtlich zuckt mancher die Schulter, lachend spottet ein anderer, bis an einem späteren, stillen Sonntagmorgen andere Fischer dasselbe erleben. Dann aber wird es ruhig. Nichts vernimmt man mehr im Dorf, weil von allen die Stelle gemieden wird, wo das Dorf vor vielen Jahrhunderten mitsamt seiner Kirche versunken ist. Doch wenn Hochwasser droht, dröhnt der Klang der versunkenen Glocken in das Dorf bis zur neuen Kirche.

Carl Josef Hodapp

Feldkreuze und Bildstöckel

Kreuz in der HinterstrasseNPKreuzHinterstr

Standort:
Früher Dorfstraße, heute gegenüber der Verkehrsinsel am Ortsausgang im Vorgarten der Hinterstraße Nr. 62 + 63 (Anwesen Hanzlik). Das Kreuz war vor 1954 ein Feldkreuz auf Ackerland, einem Grundstück, das 1954 von Pfarrer Nikolaus Angermaier gekauft und bebaut wurde.  Das Kreuz wurde 1954 durch die Katholische Kirchenstiftung renoviert.

Beschreibung:
Sandkreuz, Corpus aus Eisenguss ; Sandstein: hell, einfarbig gefasst,

Inschrift Vorderseite:
Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt wird leben wenn er auch gestorben ist. Johannes Evangelium Kapitel 11 Vers 25 (Joh. C.11 V.25)

Inschrift Rückseite:
Errichtet durch Nikolaus Heid und dessen Ehefrau Katharina Trauth anno 1861

Stiftungsgrund:
Ziel der Bittprozession am Markustag und am Montag vor Christi Himmelfahrt

Eigentümer:
Katholische Kirchenstiftung

 

NPKreuzHardtwaldFeldkreuz im Hardtwald

Standort:
An der Kreisstrasse nach Neupotz, vor der Abzweigung nach Kuhardt, rechts neben der Bushaltestelle. Früher stand das Kreuz an der Abzweigung nach Neupotz Hardtwald (heute steht da das Haus von Fam. Glaser). Das Kreuz wurde von der Ortsgemeinde versetzt und erneuert.

Beschreibung:
Beton (gefärbt), guter Zustand.

Inschrift:
Ich bin die Auferstehung und das Leben!
Errichtet 1960 von Franz Eugen Hammer

Stiftungsgrund:
Ziel einer Bittprozession an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt.

NPKreuzFriedhof

Feldkreuz auf dem Friedhof

Standort:
Genau in der Mitte des Friedhofes

Beschreibung:
Sandstein in gutem Zustand. Das Kreuz wurde vor einigen Jahren von der Ortsgemeinde restauriert.

Inschrift:
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben. Wenn er auch gestorben ist! JOH.C:XL:J:25

Errichtet 1844 von der politischen Gemeinde

Stiftungsgrund:
Weil es auf jedem Friedhof ein Kreuz gibt.

 

Feldkreuz am Weg zum Kieswerk

                                      Standort:NPKreuzBaggersee
An der Kurve der Hauptfeldstraße zwischen Friedhof und Anglerhäuschen

Beschreibung:
Kreuz und Sockel sind aus Sandstein, der mit Flechten bewachsen ist. Der Corpus ist aus Eisen, er ist stark verrostet und mit Flechten bewachsen. Sandstein nur leicht abgebröckelt.

Inschrift Vorderseite:
Mein Kreuz – dein Heil

Inschrift Rückseite:
Errichtet im Jahre 1860 von Johann Georg Hammer IV., zerstört durch Unfall 1960, erneuert und wieder zerstört 1968, neu errichtet 1969.

Stiftungsgrund:
Ziel der Bittprozessionen am Dienstag vor Christi Himmelfahrt.

 

BildstöckelNPBildstöckel

Standort:
Um das Bildstöckel zu erreichen muss man das Dorf Richtung Sportplatz verlassen und dem Radweg Richtung Damm folgen. Im Wald links vom Radweg ist das Kreuz schon ausgeschildert. Dann einfach dem ausgeschilderten Pfad folgen.

Beschreibung:
An einer Eiche hängt ein kleiner Holzkasten mit Dach und Glasscheibe. Der Kasten beinhaltet ein Bild von Maria und Jesus. Um den Baum herum ist eine Rabatte angelegt. Vor dem Bildstöckel stehen vier Bänke aus Holz. Insgesamt guter Zustand.

Das Bildstöckel wurde um 1950 von Felix Heid aus einer Zigarrenschachtel erbaut. Nach ein paar Jahren ging dieses leider kaputt und er baute ein neues Bildstöckel aus Sperrholz. Als dieses nach ein paar Jahren ebenfalls verwitterte, baute Oskar Wünschel ein Neues aus Holz. Das nächste und gleichzeitig das heutige Bildstöckel erbaute schließlich Albert Heid, der es auch heute versorgt.

Stiftungsgrund:
um Schönstatt bekannt zu machen.

Besitzer:
Schönstattgruppe

 

NPMarienstatueRinkenhofMarienstatue am Rinkenhof

Standort:
Im Garten des Rinkenhofes (Am Otterbach, gegenüber Tuchbleiche).

Beschreibung der Statue:
Statue aus Bronze in gutem Zustand. Maria trägt Jesus auf dem Arm.

Errichtet 1985 von Heinz Heid

Stiftungsgrund:
Die Statue soll Haus und Hof schützen. Sie sollte für die ganze Gemeinde zugänglich sein.

Die Statue wurde durch Pfarrer Leuthner geweiht.

 

Marienstatue am Pfarrheim/KindergartenNPMarienstatue2004

gestiftet von ffamilie Burger, Burgerhof, 2006.

Es ist nicht einfach eine Figur – eine Statue. Es ist etwas, das gestiftet und geschaffen wurde für diesen Ort. Im unteren Bereich grünen Steins (Anröchter Dolomit) sind Wellen und Kieselsteine zu sehen – Die Verbindung zum Wasser und zum nahen Rhein wird hier deutlich.

Die biblische Erzählung (Genesis Kapitel 6-9) erzählt von Noah und der Arche, danach wurde unser Kindergarten benannt. Die Arche die auf demStein zu sehen ist, ist auch ein Sinnbild für Schutz: Menschen und Tiere suchten darin Schutz.

Unsere Kinder sollen in unserem Kindergarten diesen Schutzraum erfahren. Einen Schutzraum – in dem sie in der Zeit ihres Hier seins vieles lernen, erfahren und entdecken können, um ihr späteres Leben zu bewältigen.

Auf dem Stein sind weiter Rosen zu sehen. Die Rose steht in der Tradition für Maria – Die geheimnisvolle Rose heißt es in der lauretanischen Litanei, oder die makellose Rose in einem alten Mariengebet.

Und dann die Marienfigur selbst aus hellem Kalkstein. Einfach – ohne Schnörkel. Ein ausdrucksstarkes Bild für das einfache jüdische Mädchen Maria, das auf die Anfrage Gottes Jesus zu Welt zu bringen mit einem Ja antwortete. Ohne Bedingungen, mit viel Vertrauen auf Gott.

Eine vergoldete Krone trägt Maria. Ein Hinweis auf ihre besondere Stellung bei katholischen Christen und sie trägt Jesus Christus auf dem Arm, der eine vergoldete Kugel in der Hand hat. Die goldene Kugel trugen Herrscher im Mittelalter als Zeichen ihrer Herrschaft. Christus trägt die goldene Kugel, die die Welt symbolisiert. Er ist derjenige, der die Welt zum guten führen will. Er ist derjenige, der durch seinen Tod und seine Auferstehung, durch seine Hingabe uns Menschen Hoffnung gibt.

Scheinbar schwerelos fliegen auf der Säule noch drei Schmetterlinge. Der Schmetterling gilt seit altersher als Zeichen der Auferstehung. Aus der behäbigen Raupe, die sich verpuppt ist ein schöner Schmetterling geworden. An die Auferstehung – an unsere Auferstehung erinnern die drei Schmetterlinge.

So stellt die Statue einen Glaubenshinweis – ein Zeichen für jeden dar, der an ihr vorbei geht. Ein Zeichen für die Kraft christlichen Glaubens. Ein Zeichen für die Hingabe Mariens. Ein Zeichen für uns – das hoffentlich geachtet – beachtet und akzeptiert wird.

Der Künstler

Rupert Fieger, Bildhauer und Steinmetzmeister, Eichstätt 42 Jahre alt, verheiratet, 4 Kinder.

Meisterschule, Meisterprüfung für Steinbildhauer in Kaiserslautern

Arbeiten Altarraumgestaltung, individuelle Grabmalgestaltung, Arbeiten im öffentlichen Raum. In Weingarten und Lustadt Altarraumgestaltung, Feldkreuz in Zeiskam. Bernhard Statue für die ehem. Abteikirche Otterberg.

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